Trial DM an der Untermosel

Trial DM an der Untermosel !

Faszination Motorrad Trial heißt es wieder vom 14.-15.08. in Dreckenach an der Untermosel. Auf einem Rundkurs von 11 km kämpfen die besten deutschen Trialer um den Titel in der Meisterschaft. Eine Außergewöhnliche Veranstaltung die nun im 14 Jahr zahlreiche Motorsportfans begeistert, das Fahrerlager befindet sich mitten im Ortskern und die Sektionen sind spektakulär an den Steilhängen der Weinbauregion.

An den Start gehen für den MSC Dreckenach Björn Bode, Thomas Zimmermann und Marvin Binder alle aus dem Nachwuchskader des Vereins und natürlich mit den Ambitionen das Siegertreppchen zu erreichen. Nicht einfach bei einem Starterfeld von 120 Fahrern in den verschiedenen Leistungsklassen von Junior bis Senior.

Nach bisher 4 Läufen gibt es in der Topklasse der deutschen Meisterschaft ein Kopf an Kopf Rennen mit Punktgleichstand zwischen dem Youngster Mirco Kammel vom MSC Brake, betreut vom 10 fachen Titelträger Carsten Stranghöner und Jan Junklewitz aus Bielefeld der schon einige Jahre Erfahrung im Trialsport mitbringt. Es wird sich an diesem Wochenende zeigen wer von beiden im bekannt schwierigen Gelände der Untermosel die beste Taktik wählt und die Führung in der Gesamtwertung übernimmt.

Geschwindigkeit ist beim Trial nicht der ausschlaggebende Punkt den Sieg zu erreichen. Ziel ist es ohne einen Fuß von den Rasten zu nehmen fehlerfrei den Geländeabschnitt zu bewältigen, dies erfordert ein gutes Auge um die richtige Spur zu finden und die Motorleistung behutsam einzusetzen. Setzt der Fahrer einen Fuß auf den Boden gibt es Strafpunkte, Balance und Geschick sind hier gefragt.

Samstag ab 11.00 Uhr und Sonntags ab 10.00 Uhr gehen die ersten Fahrer auf die Strecke. 5 Stunden Fahrzeit sind veranschlagt, für die Zuschauer bei freiem Eintritt genügend Zeit Motorsport hautnah mitzuerleben. Weitere Informationen unter www.msc-dreckenach.de

Was ist Trial?

Der Begriff Trial stammt aus England, wo vor ungefähr 70 Jahren erstmals Unerschrockene versuchten, mit den zu jener Zeit unzureichenden Motorrädern unwegsames Gelände zu durchqueren. Das war zu jener Zeit wesentlich schwerer als heute, und der Ausdruck "try"= versuchen, beschreibt am besten, was die Unentwegten damals eigentlich taten. Bald veränderte sich die Bezeichnung in " TRIAL ", es entstanden den Geländeschwierigkeiten besser angepaßte Maschinen, die Fahrtechniken verfeinerten sich im Laufe der Entwicklung und Trialfahrer wurden Meister der Balance und des Stils, womit sich diese Motorsportart zur Hohen Schule des Motorsports auf zwei Rädern entwickelte. Im Vordergrund steht beim Trial die Maschinenbeherrschung in den "Sektionen" genannten Sonderprüfungen, die Fahrzeit spielt eine untergeordnete Rolle, obwohl die Höchstfahrzeit festgelegt ist, um eine Veranstaltung überhaupt im Griff zu behalten. Diese Sektionen sind von erfahrenen Spezialisten ausgesucht; ein mindestens 1,2 m breiter Kurs durch Gräben, Schlamm, über Wurzeln, Steine und hohe Stufen, enge Kehren um Bäume oder andere Hindernisse herum ist möglichst fehlerfrei zu durchfahren. Anfang und Ende der Sektion sind mit A- und E- Schildern gekennzeichnet, nur zwischen diesen wird eine Punktwertung durchgeführt. Fehlerfrei bedeutet, alle Schwierigkeiten fahrend zu überwinden, also nicht anhaltend, schiebend oder gar stürzend, aber auch ohne Nachhilfe mit den Füßen. Dieses sind alles Fehler, die dem Fahrer auf einer mitgefühlten Punktekarte mit unterschiedlicher Wertung vermerkt werden. Berühren des Bodens mit dem Fuß: einmal = l Punkt, zweimal = 2 Punkte, dreimal = 3 Punkte, mehr als dreimal = 5 Punkte ( Hallentrial - Wertung ). Gewertet wird in einer Sektion nur der schwerste Fehler, mehr als 5 Punkte kann der Fahrer pro Sektion also nicht bekommen, es sei denn, er verweigert die durchfahrt. Vor Beginn der Sektion stellt der Fahrer seine Maschine ab, geht zu Fuß die Sonderprüfung ab, sucht sich eine ihm geeignet erscheinende Fahrspur aus und beobachtet seine Konkurrenz bei der Durchfahrt, um eventuell eigene Fehler zu vermeiden. Damit sich keiner zuviel Zeit nimmt, gibt es die schon erwähnte Höchstfahrzeit. Der Trialfahrer muß über ein enormes Maß an Maschinenbeherrschung verfügen; daher fährt er meist langsam, manövriert Vorder - und Hinterrad zentimetergenau, hebt mit einem Gasstoß das Vorderrad gekonnt auf die Stufe herauf, überspringt Hindernisse, immer im Bestreben, die Sektion fehlerfrei zu absolvieren. Punktrichter beobachten genauestens jede Bewegung von Fahrer und Maschine, nicht der schnellste "dab", das leichte Aufsetzen eines Fußes auf den Boden, darf ihnen nicht entgehen; der richtige Schwierigkeitsgrad einer Sektion gilt dann als erreicht, wenn sie von zwei oder drei Fahrern mit null Fehlern bewältigt wird. Eine geeignete Maschine ist für das Trial eminent wichtig; eine große Bodenfreiheit, geringes Gewicht, großer Lenkeinschlag sowie Motor, der auf die leiseste Drehung des Gasgriffes reagiert, sind Voraussetzung. Ein wichtiger Faktor sind außerdem die Reifen; erst der richtige Reifen in Verbindung mit einem der Sektion angepaßten Luftdruck sichert den nötigen Vortrieb, und der kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Für den Fahrer ist ein gewisses Trainingspensum unerläßlich, zu dem nicht nur das Fahren mit dem Motorrad gehört; auch Ausdauer, Schnellkraft und Konzentrationsfähigkeit bedürfen der dauernden Übung. Der interessierte Anfänger schließt sich zweckmäßigerweise einem Motorsportclub an; dieser steht dann dem Enthusiasten mit Rat und Tat und meistens noch mit eigenem Trainingsgelände zur Seite. Außerdem veranstaltet der dann auch Wettbewerbe, in denen man sein frischerworbenes Können gleich mit anderen Konkurrenten messen kann, der Trialsport ist also eine Sportart, bei der dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine eine wichtige Bedeutung zukommt. So profitiert der durch das Trialfahren geschulte Motorradfahrer von der verbesserten Maschinenbeherrschung auch im Straßenverkehr des Alltags, denn er meistert sein Motorrad sicher in allen erdenklichen Situationen.

 

Trial beschränkt sich nicht auf das nackte Bedienen eines Motorrades, Trial ist mehr: Nur die richtig koordinierten Körperbewegungen mit der entsprechenden, durch die Gashand gesteuerte Unterstützung des Motors, ermöglicht es, die gestellten Aufgaben (Sektionen) durch überlegtes Ausnützen der phyikalischen Gesetze fehlerfrei zu bewältigen. Und so ist Trial die leiseste und sinnvollste Sportart unter den motorisierten und die geeignetste als Vorschulung für den Straßenverkehr und zur Beherrschung des Zweirades überhaupt. Trial hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun, ist kein Kampf Mann gegen Mann, ist auch kein Rennen gegen die Uhr. Trial ist aber der Versuch, schwierigste Hindernisse mit dem Motorrad oder Fahrrad zu überwinden.

Dreckenacher weiterhin erfolgreich !

Wie schon beim ersten Lauf zur Rheinland Pfalz Meisterschaft im Trialsport konnten die Trialer des MSC Dreckenach an die guten Leistungen bei ihrem Heimlauf nahtlos anknüpfen. Bei den Spezialisten ist Björn Bode nach wie vor nicht zu schlagen und konnte mit 7 Punkten Differenz Tobias Georgens, ebenfalls vom MSC Dreckenach, klar auf den zweiten Platz verweisen. Georgens leistete sich in der ersten Runde eindeutig zu viele Fehler und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Die Klasse der Experten wird in diesem Jahr von EX WM Fahrer Marijan Griebel dominiert. Kolja Schmidt aus Kerzenheim kam ihm mit einem zusätzlichen Strafpunkt zwar gefährlich nahe, was auf anfängliche Flüchtigkeitsfehler von Griebel zurück zu führen war, doch die danach folgenden Runden ohne Strafpunkte zeigen mit welcher Routine hier gefahren wird .

Das neu angelegte Steinfeld zeigte sich als Zuschauermagnet. Zahlreiche Fans fanden sich hier ein um die Entscheidung für den ersten Platz bei den jugendlichen Speziallisten anzuschauen. Thomas Schild lag nach drei Runden mit zwei Punkten Rückstand hinter Marvin Christ. Ein Club internes Duell um den Sieg bahnte sich an. Nur ein „Nuller“ konnte Schild noch retten. Doch Schild behielt die Nerven und Christ leistete sich zwei Patzer. Punktgleich mit Christ konnte er durch eine Runde ohne Strafpunkte den Sieg für sich entscheiden.

Daß in dieser Motorsportart das Alter des Motorrads nicht unbedingt eine Rolle spielt, zeigte Tom Quante bei den Anfängern. Mit einer 25 Jahre alten Fantic 300 rollte er zum schmunzeln seiner Mitfahrer durch die technische Abnahme, die dann allerdings erkennen mußten, das sie gegen Quante und seiner ausgezeichneten Fahrtechnik keine Chance hatten. Mit nur zwei Strafpunkten in vier Runden holte er den vierten Tagesieg für den MSC Dreckenach.

Quelle: Holger Frank, Pressebeauftragter MSC Dreckenach

Mit professionellem Fitnesstraining in die neue Motorsportsaison

 

Ein toller Erfolg war das Kinder- und Jugend-Firnesstraining des ADAC Mittelrhein in der Koblenzer Sporthalle Oberwerth. Dieter Kapellen, Trialsport-Trainer des ADAC Mittelrhein hatte die angeschlossenen Motorsportvereine angesprochen, und 35 Kinder und Jugendliche - alles aktive Trialsport- und Motocross-Fahrer aus den Vereinen Kerzenheim, Winningen und Dreckenach - waren mit Ihren Eltern angereist. Andreas Heupel, diplomierter Sportlehrer, führte behutsam in die Theorie des Fitnesstrainings ein. Über altersgerechtes Training, unterschiedliche Trainingsschwerpunkte, Verletzungsrisiken, Rolle der Eltern und Motivation als wichtigstem Antrieb ging es schließlich zur Theorie der gesunden Ernährung. Diese wurde in der angeschlossenen Gastronomie mit einer kohlenhydrathreichen Pasta in die Praxis umgesetzt. Es folgte der schweißtreibende Praxisteil des Fitnesslehrgangs. Unterstützt durch David Flissinger - ein angehender Diplom-Sportlehrer - wurden Zirkeltraining, gezieltes Muskeltraining ohne Geräte und Ausdauerspiele praktiziert. Der Sportgeräteraum der Sporthalle, wo man sich unter professioneller Anleitung müde machen konnte, stand den Teilnehmern ebenso zur Verfügung. Gegen 16 Uhr waren dann alle auch recht müde und mit einem Lächeln im Gesicht und dem Willen, solch ein professionelles Fitnesstraining bald wieder durchzuführen, ging man auseinander. Bald sieht man sich wieder - gut trainiert und vorbereitet - auf einem der nächsten Motorsportwettbewerbe. Mehr Infos zur Motorsport-Nachwuchsarbeit des ADAC Mittelrhein unter www.motorsport-mittelrhein.de.

 

Text und Foto: Frank Kaiser